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Geschichte des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel

Am 23.August 1940 wurden von der Gestapo Dortmund mit Lastwagen die ersten hundert deutschen Gefangenen in das Arbeitserziehungslager Hunswinkel gebracht. Sie sollten hier sechs Wochen lang Schwerarbeit und Prügel erleiden, um anschließend wieder in ihren Betrieb zurückzukehren und nie wieder zu bummeln, zu kritisieren oder eine eigene Meinung zu äußern. Die Arbeitsbedingungen waren so hart, z.B. der Transport schwerer Steine im Laufschritt, dass zeitweise die Hälfte der Häftlinge im Krankenhaus Hellersen lagen. Das erste NS-Erziehungslager war von dem Höheren Polizei- und SS-Offizier Jeckeln (Düsseldorf) in Zusammenarbeit mit dem Reichstreuhänder der Arbeit (vergleichbar dem Arbeitsamtspräsidenten NRW), den Arbeitgeberverbänden, Hochtief und der Gestapo-Leitstelle Dortmund für den Bereich von der Eifel bis nach Ostwestfalen gegründet worden, damit die sogenannten Erziehungshäftlinge nicht mehr von der SS in den KZ festgehalten wurden, sondern nach 6 Wochen wieder als Arbeitskräfte in ihre Betriebe zurückkommen konnten.

Ab 1942 kamen hierhin meistens ausländische Zwangsarbeiter, die aufgefallen waren. Die Gestapo übernahm deutschlandweit deren Kontrolle und wies sie in die 200 Arbeitserziehungslager ein, wenn sie von einer unmenschlichen Arbeitstelle geflohen oder sich nicht angepasst hatten. Die Haftzeit wurde für ausländische Zwangsarbeiter auf 12 Wochen verdoppelt. Nun kam es im Lager Hunswinkel zu immer mehr Todesfällen. Die Gründe, die in den Todesurkunden stehen, waren der Hunger, die Überlastung durch Schwerstarbeit, Prügel und Erschießung - meistens mit der Begründung "Auf der Flucht erschossen." An manchen Freitagen wurden auch Häftlinge erhängt. Dann stand in der Todesurkunde: "Kreislaufzusammenbruch (nach Erhängen)". In der Regel wurden die Toten auf dem Waldfriedhof Loh beigesetzt.

Für das Staubecken der Verse wurden die Böschungen mit Steinen befestigt, die Bauernhöfe auf der Talsohle abgerissen und entsorgt, Bäume und Weidezäune entfernt und der Staudamm errichtet. Das gesamte Projekt war zu mehr als ¾ fertig gestellt, ruhte aber dann bis zur Phase der Fertigstellung 1952

Ab Herbst 1944 wurde das Lager, in dem durchschnittlich 600 ausländische Zwangsarbeiter inhaftiert waren, für den Bau von Höhlen zur Unterbringung von Maschinen im Hönnetal ins Arbeitserziehungslager Sanssouci gebracht. Das Lager war nun bis auf wenige Wachpersonen leer.

Neben dem Lager Hunswinkel fand am 29.12.1944 die Kreisleitertagung des Gaus Westfalen Süd statt. Bis heute ist der Inhalt des Treffens unbekannt. Es ist eine Vermutung, dass darüber gesprochen wurde, Hühnersiepen als Exekutionsort einzurichten.

Im Februar 1945 exekutierte die Gestapo Dortmund auf dem neu geschaffenen Friedhof Hühnersiepen 14 Gefangene aus Dortmund und der Region. Ob es noch weitere Exekutionen aus Dortmund, wo der hiesige Kreisleiter Walter Borlinghaus seit 1944 Kreisleiter war, gab, ist noch unbekannt.

Am 6. März 1945 war die Innenstadt von Köln von alliierten Truppen besetzt. Vor ihnen hatte die Gestapo aus Aachen, Brauweiler, Köln-Müngersdorf, Köln-Klingelpütz und Bonn-Duisdorf (u.a.) wichtige ausländische und deutsche Gefangene über das AEL Wipperfürth nach Hunswinkel getrieben. Auf den Vertreibungsmärschen kamen viele ums Leben. Ende März waren mehr als 600 Gestapo-Häftlinge im Lager Hunswinkel. Es wurde von der Kölner Gestapo Konzentrationslager genannt. Die Häftlinge litten unter dem gewalttätigen Lagerleiter Heinrich Brodesser, der vorher das Lager Köln-Müngersdorf leitete, wo viele jüdische Gefangene inhaftiert waren. Gestapokommissar Jentsch stand ihm zur Seite. Wie viele Menschen hier an Erschöpfung und Krankheiten starben, ist nicht bekannt. Sie wurden auf dem Friedhof Hühnersiepen beerdigt. Die Zahl der dort Exekutierten ist auch nicht bekannt.

In einer Meldung des Friedhofamtes Iserlohn vom 26.9.1961 an den dortigen Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird von ca. 550 Todesopfern des Lagers Hunswinkel berichtet. Alte Lüdenscheider, die mit dem Lager in Kontakt standen - Wäschereibesitzer, Verwaltungsleute, Köche und anderes Personal - berichteten nach dem Krieg, dass in dem Lager ca. 250 Menschen ums Leben kamen. Ist es möglich, dass die anderen 250-300 Menschen in den letzten 6 Wochen des Krieges hier ihr Leben lassen mussten? Das ist eine Vermutung und noch nicht mit Dokumenten zu beweisen. Die Gedenkstätten in Köln und Lüdenscheid bemühen sich darum. Jeder ist eingeladen mitzuhelfen.

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Hier folgt eine kleine Chronologie zum Raub des Mahnmals.

Mahnmal an der Klamer Brücke geraubt!

Zerfressen von Gier, wenig beseelt von Intelligenz und fern jeglichen Verständnisses für die Mahnung gegen die Unmenschlichkeit haben Kriminelle - vermutlich in der Nacht zu Freitag - das Mahnmal für die Opfer des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel abgesägt und gestohlen. Das von unserem verstorbenen Friedensfreund Heinz Richter entworfene und geschaffene Werk zur Mahnung gegen die Unmenschlichkeit des NS-Regimes droht in einem Schmelzofen zu enden... In der Presse

Andacht und Gedenk-Läuten

75. Jahrestag der Errichtung des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel
Andacht und Gedenkveranstltung auf dem Friedhof Hühnersiepen mit Pfarrer Bernd Rudolph. Zeitgleich werden in mehreren Lüdenscheider Kirchengemeinden ab 18 Uhr für 20 Minuten zum Gedenken die Glocken läuten - 550 Glockenschläge für die 550 im Arbeitserziehungslager Getöteten. Eine gemeinsame Gedenkveranstaltung des Vereins Ge-Denk-Zellen und der Friedensgruzppe mit verschiedenen lüdenscheider Kirchengemeinden.
In der Presse
Bericht - Seite der Friedensgruppe Lüdenscheid

Wiederherstellung des Mahnmals Hunswinkel

Nach mehreren Gesprächen zwischen Stadtvertreterm. Ge-Denk-Zellen-Verein und Friedensgruppe zeichnet sich eine baldige Neugestaltung des Hunswinkelmahnmals an der Verse und damit eine "Ablösung" des Provisoriums ab. Dieses wurde von der Stadt nach dem vermutlichen Diebstahl durch Metalldiebe im Oktober 2014 zunächst installiert. Künftig soll dort eine Lore, wie sie im Arbeitserziehungslager zum Einsatz kam, stehen. Die letztendliche Ausgestaltung ist noch nicht abschließend vereinbart.
In der Presse

Kleine Gedenkveranstaltung regt zu reger Diskussion an!

In gewohnt bescheidenem Rahmen fand auch die diesjährige Gedenkveranstaltung am Ort des Mahnmals Hunswinkel an der Klamer Brücke statt. Ein gutes Dutzend Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider gedachten des Angriffskrieges gegen die Sowjetunion und der Opfer des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel. Auch die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Thema spielte eine Rolle und so löste der Bericht in den Lüdenscheider Nachrichten eine rege Leserbriefdebatte aus, die hier dokumentiert wird:
In der Presse

Mahnmal Hunswinkel: Lore ist angekommen

Als Ersatz für das gestohlene Mahnmal Hunswinkel an der Klamer Brücke ist eine Lore mit Steinen vorgesehen, wie sie in damaliger Zeit zum Einsatz kam. Unser Friedensfreund Dieter Hohaus hat zwischenzeitlich eine entsprechende Lore beschaffen können und diese nach Lüdenscheid geschafft. Die Stadt Lüdenscheid ist nun dabei, die entsprechenden Vorarbeiten zu leisten und die Aufstellung bald umzusetzen.
In der Presse

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