Konzept

Vorschläge für ein Konzept der "Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid":

  1. Die Stadt stellt die Kellerräume kostenlos zur Nutzung für Ausstellungen und Vorträge zur Verfügung.

  2. Der noch zu gründende Förderverein sorgt in Zusammenarbeit mit möglichst vielen Einrichtungen und Bürgern der Stadt und des Kreises für ausgewogene Ausstellungen und Vorträge zu Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus und Rassismus in Lüdenscheid.

  3. Für die Finanzierung dieser Programme sorgt der noch zu gründende Förderverein.

  4. Er sucht die Mitarbeit von:

    • Volkshochschule
    • Stadtarchiv und Museum
    • Institut für Zeitgeschichte
    • Katholischem Bildungswerk
    • Kreiskirchenamt Lüdenscheid-Plettenberg
    • Gewerkschaften
    • Stadtjugendring
    • Jugendverbänden
    • Schulen
    • Vereinen u.a. Heimat- und Geschichtsverein
    • u.a.m.

  5. Zielgruppen sind:

    • Jugendliche in Gruppen, Schulklassen und als Einzelpersonen,
    • alle Bürger und Besucher Lüdenscheids.

  6. Die Aufsicht und Erklärung der Ausstellung könnte in den Öffnungszeiten

    • Di, Mi, Do 11.00 -13.00 Uhr für Schulklassen
    • Fr, Sa 15.00 - 18.00 Uhr für die Öffentlichkeit erfolgen.

  7. Es sollte ein jährlich wechselndes Ausstellungsprogramm geben, das beispielhaft Schicksale folgender Opfergruppen zeigen soll:

    • 1. Jahr: 100 jüdische Lüdenscheider
    • 2. Jahr: 8.000 ZwangsarbeiterInnen in Lüdenscheid und 5000 Häftlinge im Arbeitserziehungslager Hunswinkel
    • 3. Jahr: 300 Opfer der Euthanasie und Zwangssterilisation
    • 4. Jahr: 3.000 gefallene Lüdenscheider
    • 5. Jahr: 12.000 Flüchtlingsschicksale
    • 6. Jahr: Entscheidungen der Ämter, Einrichtungen und Kirchen in Lüdenscheid (Polizei, Finanzamt, Standesamt, Einwohnermeldeamt, Schulen, Krankenhaus, Gericht, Kirchen…) in der NS-Zeit; Opfer der lokalen politischen Verfolgungen: Gewerkschafter, Kommunisten, Zeugen Jehovas u.a.
    • 7.-12. Jahr: Wiederholung wie 1.-6. Jahr mit Korrekturen

  8. Die offene Auseinandersetzung mit der Vorgeschichte, dem Verlauf und den Folgen der lokalen NS-Herrschaft (jüngstes Beispiel: Entschädigungszahlungen der Lüdenscheider Unternehmen und Steuerzahler an ehemalige ZwangsarbeiterInnen) dienen in unserer unübersichtlichen Zeit, deren alte Orientierungsmuster teilweise unklar sind, als Denk- und Handlungshilfe für die Prioritäten der Gegenwart. Offenheit und Fairness sollten zu einer Gesprächskultur führen, welche die demokratische Bildung und Entwicklung in unserer Stadt und unserem Kreis voranbringt.

  9. Zeitplan 2007:

    • 27. Januar: Planungsgespräch
    • Februar: Gespräch mit Bürgermeister
    • 22. August - 6. September: Modellausstellung im Rathausfoyer und Herausgabe der 2. Auflage des Lüdenscheider Gedenkbuches. Am Ende der Ausstellung steht ein offenes Gespräch über den Mehrwert der Ge-Denk-Zellen für Lüdenscheid. (Die Ausstellung fand im Oktober statt)

Einige Möglichkeiten der Nutzung der Ge-Denk-Zellen

Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid e.V.
Rolf Breucker ♦ Gotenstraße 10 ♦ 58509 Lüdenscheid
Matthias Wagner ♦ Lindenau 16 ♦ 58511 Lüdenscheid